Ein heftiger Sturm tobte durch Ravencross und peitschte alles durch die Straßen, was nicht niet- und nagelfest war. Der Regen fiel in Strömen vom Himmel und es war selbst am Tag so finster wie in der Nacht. Die meisten Bewohner zündeten Fackeln an, um überhaupt etwas sehen zu können, während sich die Abenteurer Florence, Ilion und Helios in Cromworths Taverne vor dem Unwetter schützten.
In der warmen Taverne diskutierten sie über das bevorstehende Gildentreffen, als plötzlich ein riesiger einäugiger Zyklop hereinplatzte. Der etwa vier Meter große Riese war patschnass vom Sturm und bestellte sofort Cromworths spezielles Garmen Beer aus Gerste. Helios nutzte die Gelegenheit, um eine warme Suppe zu bestellen und bezahlte großzügig mit einer Goldmünze, was den Barkeeper sichtlich erfreute.
Trotz des tobenden Sturms machte sich die Gruppe schließlich auf den Weg zur Herberge, wo das wichtige Gildentreffen stattfinden sollte. Während Florence und Ilion geschickt durch Wind und Regen navigierten, hatte Helios weniger Glück und landete in einem feuchten Heuhaufen, wodurch er völlig durchnässt und mit Heu bedeckt ankam. Calissia, die Herbergswirtin, war nicht erfreut über den Dreck, den er hinterließ.
Im Keller der Herberge versammelte sich das Ravencross Chapter der Iron Guild zu einem bedeutsamen Treffen. Warden Wodo-chan verkündete, dass ihr Chapter für die Sicherheit des großen Gildenkonklaves ausgewählt worden war - einem geheimen Treffen aller Wardens aus ganz Tavos, das nur alle paar Jahre stattfand. Er warnte vor den sieben Söhnen des Calgaroth, die versuchen würden, alle Wardens an einem Ort anzugreifen.
Neben der Konklaven-Sicherheit gab es weitere dringende Aufgaben: Diebe und Schmuggler bedrohten die Handelsrouten im Norden, Madame Weissnacht benötigte Hilfe beim Warenabtransport, und am wichtigsten war eine Expedition zu den Moorschwestern. Diese Hexen könnten der Schlüssel sein, um endlich gegen Grimdahl vorzugehen und die Nägel des Zorns zu neutralisieren. Florence, Helios und Ilion meldeten sich freiwillig für diese gefährliche Mission.
Vor der Abreise kämpften sich Ilion und Florence noch einmal durch den Sturm zu Kalkaris' Gemischtwarenladen. Trotz der Versorgungsschwierigkeiten konnten sie Fackeln und das mysteriöse Kraut Shakewort erwerben, das die Sinne schärfte aber auch nervös machte. Florence erhielt für sein besonderes Verhalten einen wertvollen Luck-Token von der Händlerin.
Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter etwas beruhigt, auch wenn es noch immer nieselte und windig war. Die Gruppe kaufte bei Cromworth Gerstenbrot-Rationen für die Reise, wobei der Barkeeper misstrauisch wurde wegen ihrer angeblichen Verwandten in Scarfell. Helios wurde sogar aus der Taverne geworfen, als er versuchte, Futter für seine Draconia zu kaufen - einen kleinen Gleit-Leguan, der seine Rippen ausbreiten konnte, um zu gleiten.
Die fünftägige Reise nach Crook Hollow war beschwerlich aber erfolgreich. Unterwegs fanden sie ein verlassenes Abenteurerlager, das ihnen zusätzliche Fackeln bescherte, auch wenn sie fast alle ihre Vorräte verbrauchten. Das kleine Sumpfdorf Crook Hollow erwies sich als verschlafener Ort mit etwa sechzig Einwohnern, deren Häuser aus Holz und getrockneten Gräsern bestanden und deren Straßen aus purem Matsch waren.
Eine alte Frau namens Lysia erkannte die Gruppe sofort als die erwarteten drei Reisenden, was sie stutzig machte. Sie lud sie gastfreundlich in ihre bescheidene Hütte ein, wo sie eine köstliche Sumpfkräutersuppe mit Wildschweinfleisch zubereitete. Während des Essens erzählte Lysia, dass bereits Nachrichten über ihre Ankunft im Dorf kursierten, was Florence misstrauisch stimmte.
Florence erkundete das Dorf und sprach mit einem älteren Mann, der von den mysteriösen Moorschwestern berichtete. Er erzählte von seltsamen Ereignissen in ihrer Nähe: Lichter in der Nacht, Wolfsgeheul ohne Wölfe, Babyschreie und unheimliches Kindergelächter. Helios besuchte die örtliche Taverne, wo der Barkeeper bestätigte, dass sie von drei Helden aus Ravencross gehört hatten.
Aus Vorsicht hielten die Abenteurer abwechselnd Wache in Lysias Hütte, während die alte Frau laut schnarchte. Am Morgen war Helios erkältet und geschwächt, aber sie beschlossen trotzdem, ihre Mission fortzusetzen. Florence versuchte vergeblich, auf Helios' Schultern zu reiten, was den Drachengeborenen zusätzlich belastete.
Der Weg durch das Moor zu den Moorschwestern war mühsam und matschig. Schließlich entdeckten sie eine kleine Hütte aus Wurzeln und Moos, aus der seltsame Lachgeräusche drangen. Als Ilion anklopfte, verstummte das Lachen und eine Stimme antwortete aus dem Inneren.
Die Tür wurde aufgerissen und ein merkwürdiger Geruch - gewürzig aber auch verrottet - strömte heraus. Vor ihnen stand Eldra, eine extrem große und dünne Hexe von über zwei Metern Größe mit einer Hakenase und ungepflegten Augenbrauen. Sie trug eine lange, matschige Robe und begrüßte die Reisenden mit einem unheimlichen Lächeln.
Im Inneren der Hütte trafen sie auf Pranga, eine dicke Hexe, die ständig aß und deren Gewand aus Stoff und Moos mit klimpernden Knöcheln und Steinen behängt war. Die beiden Schwestern erklärten verzweifelt, dass ihre dritte Schwester Isildä von der bösen Hexe Korva Venombrue entführt und in einem Vipern-Tempel gefangen gehalten wurde. Sie baten die Abenteurer um Hilfe bei der Rettung.
Obwohl die Schwestern warnten, dass sie keine Hydra-Tränen als Schutz gegen Gift dabei hatten, stimmte die Gruppe zu zu helfen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Vipern-Tempel, wobei Pranga ständig um Essen bettelte und Helios' Draconia mit lüsternen Blicken betrachtete.
Der Vipern-Tempel entpuppte sich als alte Ruinenstätte mitten im Sumpf mit zwei großen Pfeilern und einer Schlangenverzierung. Ein Eingang führte in die Erde hinunter, wo die Abenteurer sofort in Gefahr gerieten. Kaum hatten sie den ersten großen Säulenraum betreten, löste sich ein schweres Eisenfallgitter und trennte sie von den Moorschwestern.
Allein gelassen erkundeten sie vorsichtig die unterirdischen Gänge. In einer Halle mit verwitterten Steinstatuen entdeckten Florence und Ilion zu spät, dass es sich um Giftfallen handelte. Die Statuen mit Schlangenköpfen sprühten tödliches Gift, das Florence bewusstlos werden ließ und schwarze Giftlinien über seinen Körper ausbreitete. Nur Ilions schnelle Erste Hilfe rettete dem Halbling das Leben.
Weiter im Tempel stießen sie auf einen Raum mit einem runden Pool, aus dem plötzlich eine riesige Giftschlange mit tropfenden Fangzähnen hervorschoss. Florence und Ilion flohen panisch, während die Moorschwestern von außen rhythmische Gesänge anstimmten, um die Schlange zu bannen. Ilions geworfene Eisenspitzen verletzten das Ungeheuer, bevor es sich ins Wasser zurückzog.
Die Gruppe fand eine Metallkiste mit sechsundzwanzig Goldstücken und entdeckte eine mysteriöse Inschrift, die vor den Gefahren des Lichts in einer bestimmten Halle warnte. In dieser dunklen Halle wurden sie getrennt und mussten sich tastend durch die Finsternis bewegen, bis Helios schmerzhaft mit Ilions Stab kollidierte und erneut bewusstlos wurde.
In einem Raum mit einem ovalen Pool voller kristallklarem Wasser entdeckten sie weitere Schlangenspuren und eine Kiste mit wertvollem Lampenöl. Ein noch größerer Raum offenbarte einen Pool, umgeben von steinernen Viper-Fangzähnen wie eine Krone, während der Boden mit Knochen verschiedener Völker übersät war.
Als sie einem Gang folgten, aus dem menschliche Atemgeräusche drangen, löste Ilion eine Falle aus. Eine Speerspitze schoss aus der Wand und verletzte ihn schwer an der Schulter. Sein Schmerzensschrei hallte durch die Gänge und löste weitere bedrohliche Geräusche aus.
Florence nutzte seine Diebeskünste, um sich unsichtbar zu machen und den nächsten Raum zu erkunden. Er entdeckte einen von der Decke hängenden Käfig mit einer bewusstlosen jungen Frau darin. Ein großes Ölgemälde einer Schlange an der Wand verbarg einen geheimen Gang, den Florence vorsichtig erkundete.
Währenddessen fand Helios in einem anderen Bereich eine von Dornenranken gefesselte Frau auf einem Stuhl. Sie stellte sich als Isildä vor, eine der Moorschwestern, und bat um Hilfe. Helios schnitt sie frei, wobei sie sich an den giftigen Dornen verletzte, und gab ihr sein Schild und seine Draconia zum Schutz.
Doch als Ilion den Käfig im anderen Raum öffnete, entpuppte sich die bewusstlose Frau als Falle. Die vermeintliche Isildä verwandelte sich in eine alte Hexe mit faltiger Haut, aus der grüne Flüssigkeit tropfte. Sie schwebte über dem Boden und lähmte Ilion mit einem mächtigen Zauber, während sie nach seinen Gefährten suchte.
Florence schlich sich an die Hexe heran und führte einen verheerenden Überraschungsangriff aus, der sie schwer verletzte. Die Hexe, die sich als Korva Venombrue entpuppte, schrie auf und ließ von Ilion ab. Ein intensiver Kampf entbrannte, in dem Helios seinen Feueratem einsetzte und die Kleidung der Hexe in Brand setzte.
Korva Venombrue schlug mit einem Energieblast zurück, der Florence bewusstlos werden ließ und ihn schwer verletzte. Ilion kämpfte verzweifelt, um seinen Gefährten zu retten, während die Hexe mehrfach versuchte zu zaubern, aber ihre eigenen Zauber schlugen fehl und schleuderten sie durch den Raum.
Die echte Isildä erschien mit Helios und beteiligte sich am Kampf. Als die Hexe geschwächt am Boden lag und um ihr Leben wimmerte, zeigte Isildä ihre wahre Natur. Ihr bildhübsches Gesicht verwandelte sich in das einer wütenden alten Frau, als sie mit Helios' Schild einen tödlichen Schlag ausführte und Korva Venombrue enthauptete.
Nach dem Sieg verließen die Abenteurer den Vipern-Tempel und trafen auf die anderen Moorschwestern, die das Fallgitter überwunden hatten. Die Wiedervereinigung war emotional, und die dankbaren Schwestern boten ihre Hilfe für die Mission in Ravencross an. Sie erklärten, dass sie gemeinsam zur Zitadelle reisen müssten, um den Fluch der drei Nägel des Zorns aufzulösen und die mächtigen Magier zu schwächen.
Die Gruppe erholte sich in der Hütte der Moorschwestern, wo ihre Wunden geheilt wurden. Die Hexen erklärten sich bereit, nach Ravencross zu reisen und bei der wichtigen Mission gegen Grimdahl zu helfen. Obwohl sie als Gruppe auffällig sein würden, war ihre vereinte Macht der Schlüssel, um endlich gegen die Bedrohung durch die drei Nägel des Zorns vorzugehen und Teiwara zu befreien.